Previous Page  16 / 36 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 16 / 36 Next Page
Page Background

information & entwicklung

Ansprüche an das Christkind:

INVESTIEREN SIE IN DIE ZAUBERHAFTE WEIHNACHTSSTIMMUNG UND

NICHT IN DIE GESCHENKEFLUT

Erziehung ist (k)ein Kinderspiel

Illustration: © Eugen Kment

16 | DEZEMBER 2015

Mag.

a

Maria Neuberger-

Schmidt

Autorin und Gründerin

Verein Elternwerkstatt

www.elternwerkstatt.at

Foto: Ingrid Perger

Elternwerkstatt

W

ir leben in einer vom Konsum

geprägten Welt, das spüren

auch unsere Kinder und sind

offen für die Verlockungen

der Konsumwelt, die sie mit allen Mit-

teln der Werbe- und Manipulationskunst

zu beeinflussen trachtet.

MÄDCHENTRÄUME UND CLICHÉS

Franziska,10, schreibt eifrig Briefe an

das Christkind. Sie studiert die Werbung

und recherchiert im Internet, um ihre

Wünsche möglichst

genau zu präzi-

sieren. Mit einer

umfangreichen

Liste wendet sie

sich an ihre Mutter.

Ein Wunsch sticht

besonders hervor:

ein supertolles

Puppenhaus. Die

Mutter irritiert das

Anspruchsden-

ken der Tochter

ebenso wie der

clichéhafte Wunsch.

Ist Franziska für

Puppen nicht schon

zu alt? Puppenhaus

symbolisiert die

kindlichen Impulse

von Mütterlichkeit,

zutiefst in Mädchen

verankert. Warum

eigentlich will man

als moderne Frau

diese leugnen?

Lassen wir Kinder Kinder und Mädchen

Mädchen sein! Das tut ihrer Entwicklung

gut. Als aufgeklärtes Mädchen glaubt

Franziska zwar nicht mehr an das Christ-

kind, ist aber im Bann der großen Nacht

der Geschenke, in der alle Sehnsüchte in

Erfüllung gehen sollen. Verständnis und

Fingerspitzengefühl sind daher gefragt.

KONSUMRAUSCH: HABEN ODER

SEIN?

Fast alle Menschen haben Sehnsucht

danach, dass Weihnachten mehr ist als

ein Fest des Konsumrausches, unab-

hängig davon, ob wir christliche Über-

zeugungen haben oder nicht. Es ist ein

Familienfest, an dem wir Zuneigung

erleben, Gutes tun und den Wert un-

seres Menschseins spüren wollen.

Trotzdem ist es schön, wenn

Träume wahr werden. Das zei-

gen uns besonders die leucht-

enden Kinderaugen unter dem

Weihnachtsbaum. Darum ist es

für Eltern und Verwandte eine

besondere Herausforderung,

mäßig, herzlich und sinnhaft zu

schenken und Weihnachten liebe-

voll und persönlich zu gestalten.